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Leo Slezak

Liebe Opernfreunde,

Leo Slezak ist sicher noch Manchem und Mancher ein Begriff: vielleicht mehr als Autor und Filmschauspieler denn als Opernsänger, aber als solcher machte er seinerzeit Karriere. Von 1901 bis 1934 war er Ensemblemitglied des Wiener Opernhauses, in seinen köstlichen Büchern (vor allem „Meine sämtlichen Werke“) hat er mit Humor und Ehrfurcht (für den Giganten Gustav Mahler) darüber berichtet.

Blättert man in seinem letzterschienenen Buch, das nach seinem Tod (1946) herauskam, wird man immer wieder auf Wagner stoßen, denn Slezak war ein bedeutender Tannhäuser-Interpret und Stolzing-Sänger. Mag er auch in Sachen Interpretation hinter seinen großen Kollegen zurückstehen, so vermag uns immer noch sein wohlströmendes, souveränes Timbre zu erfreuen – wie hier im Preislied, das er 1910 aufnahm:

Will man den Sänger Slezak beurteilen, sollte man sich übrigens die frühen, nicht die späten Aufnahmen anhören, die nur noch ein verzerrtes Bild seines Stimmorgans festhielten.

Berühmt wurde Slezaks köstliche Beschreibung des vergeblichen Bayreuther Vorsingens in den „Sämtlichen Werken“. Ich möchte heute auf eine andere Stelle verweisen. Slezak äußerte sich in „Mein Lebensmärchen“, mit dem er zum letzten Mal auf sein reiches Leben zurückschaute, auch über die Bayreuther Schule, also die von Cosima Wagners Stimmcoach Julius Kniese favorisierte Konsonantenspuckerei. „Alle Sänger die nicht rechtzeitig abgeschwenkt sind und den ‚Bayreuther Stil‘ abgeändert haben, sind bald vom Schauplatz verschwunden und meist als Hilfsregisseure oder ehrbare Theaterbeamte in die Versenkung gefallen.“

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Kein Wunder also, dass Slezak, nachdem er einige Male den jungen Siegfried strichlos gesungen hatte („eine Tierquälerei sondergleichen für die Sänger und auch für die Zuhörer“), nie mehr zu dieser zweifellos anspruchsvollen Rolle zurückkehrte. Das Schmiedelied hat er trotzdem 1902 eingespielt:

Herzliche Grüße aus dem Bayreuther Slezakopernstudio

Ihr

Frank Piontek

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